Montag, 17. Januar 2011

Neues Jahr, neues Glück :D


Haaaaaaaaaaaaaapppppppppppyyyyyyyyyyyyyyyyy New Year. Ja, ich weiß der letzte Blogeintrag liegt schon etwas länger zurück und in den letzen Tagen hatte ich schon öfter das Vorhaben ins Auge gefasst doch mal etwas aktuelleres ins Netz zu stellen, aber meist konnte ich mein Bestreben dann nicht in die Tat umsetzen. Bevor ich von Thailand und meinem Weihnachten erzähle ganz kurz einige emotionale Einblicke. :) Einfach nur weil es grad eine etwas komischere Periode ist. Ich bin nur noch knapp 1,5 Monate in Indien und man stellt sich immer öfter die Frage wie die Reintegration in Europa abläuft, ohne eine konkrete Idee von diesem Prozess zu haben. Zusätzlich ist im indischen Alltagsleben soetwas wie Routine eingekehrt. Man arbeitet, kommt nach Hause, kocht, wäscht seine Wäsche und dann bleibt vielleicht noch etwas Zeit für nen lockeren Plausch oder für einen halben Film. Aber das wars dann auch schon und am nächsten Tag steht dann wieder die Arbeit auf dem Programm. Da fehlt dann schon der Samstag als zweiter freier Tag in der Woche. Auch weil es jetzt schon etwas stressiger ist. Meinem Chef fallen immer mehr Dinge ein, die er gern für die CeBIT organisiert hätte nur das man daran auch schon im alten Jahr hätte denken können. 

Ok, Schluss mit dem Rumgeheule, schließlich gibt es so viel zu erzählen. :) Als erstes ist da der 24.12. den ich zum ersten Mal außerhalb von Deutschland verbracht habe. Natürlich war in Indien arbeiten angesagt. Aber direkt nach der Arbeit ging es zur South City Mall, dort hatte ich ja die indisch-österreichische Stollen-Kombination geordert und natürlich die Linzer Torte nicht zu vergessen. Zur Feier des Tages wurde auch noch grüner Salat gekauft. Sehr lustig in Indien ist der in kleine Portionen abgepackt und so musste ich 5 Plastiktüten kaufen, um auf eine ordentliche Portion zu kommen. Funny diese Inder. Zurück im trauten Heim gings dann ans Salat zubereiten. Neben anderen indischen Gerichten und leckerem Chicken, zubereitet von Kamil gabs es dann also nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder etwas Grünes auf den Tisch. Letztendlich saßen wir dann alle an unserer Plastiktischtafel und erfreuten uns der illustren Mahlzeit. Unser Plastikweihnachtsbaum leuchtete munter vor sich und und aus den Computerlautsprecherboxen kam froher indischer Weihnachtspop. Selbst eine Wichtelrunde war im Programm vorgesehen. Ich bin jetzt um eine Spielesammlung reicher. :) Gefreut habe ich mich zusätzlich, dass mein Wichtelgeschenk so passend war. Ich hatte weiße Bunnyohren in einem Geschenkeshop gesehen und es für einen netten Spaß gehalten die zu kaufen. Am Ende zog dann aber Justina die Nummer mit meinem Geschenk und die weißen Ohren passten hervorragen zu Ihrem weißen Kleid. Also alles richtig gemacht. Nachdem dann alle Geschenke verteilt waren ging es zu einer Privatparty mit Einladungskarte. So exklusiv die Partylocation auch mit ihren Sitzpavillions und der riesen Soundanlage war, viele Leute Fehlanzeige. 2 Uhr am Morgen war dann auch schon Schluss und es ging nach Hause, um für Thailand zu packen. Ich glaube die Vorfreude auf diesen Urlaub über 12 Tage beflügelte unser Weihnachtsfest zusätzlich. Nahezu jeder muss hier auch am Samstag arbeiten und die Aussicht auf so viele freie Tage am Stück ließ die Herzen in aller Brust etwas höher springen. :D 

Das einzige geplante Event am 25.12 sollte eigentlich der Besuch einer Christmesse sein. Mit Kamil, Thomasz und Justina ging es ins Stadtzentrum und zur St. Thomas Kirche. Leider war die Kirche nur von fotografierenden und telefonierenden indischen Touristen bevölkert. Messe, Fehlanzeige. Aber dafür war die Stadt wunderschön erleuchtet und es gab sogar eine große Santafigur, die an einer der Hauptkreuzungen auf der Straße saß. Das wars dann auch schon vom Weihnachtsfest. Ich muss sagen, dass es auf jeden Fall viel schneller vorbei war als jedes andere bevor. Das lag aber zum einen daran, dass im warmen Indien zu keiner Zeit so etwas wie Weihnachtsstimmung aufgekommen ist. Dann noch das Arbeiten bis 18 Uhr am 24.12. obwohl ich außer der Aktualisierung meines Blogs und dem Skypen mit meinen Eltern nicht besonders viel auf die Reihe bekommen habe. Dann noch das Abholen der Backwaren und das Kochen mit anschließendem Vorbereiten für die Party. Ich war einfach nur froh für 40 Minuten am Tisch zu sitzen und dann gings auch schon auf zum Feiern. Aber auf der anderen Seite war es auch spannend Mal was vollkommen anderes zu überleben. Mal sehen in welchem Land das nächste Weihnachten gefeiert wird. :D Nein keine Angst, natürlich in Deutschland, denn ab Oktober 2011 soll doch dem Bachelor der Master folgen. So….. eigentlich hätte ich jetzt noch so viel zu erzählen, aber ich muss euch leider sagen, dass ich den Thailand Eintrag doch noch etwas verschieben muss. Es ist schon wieder Sonntagabend und morgen steht wieder arbeiten auf dem Programm. Deshalb bestell ich mir jetzt etwas leckeres vom Chinesen trink noch etwas Duty Free Johnny Walker (leider nur Red Label, hab aber gesehen, dass die jetzt auch Gold Label haben. Strange, wussten Sie das Herr A. D.??? :D ). Also habt bitte Nachsicht mit mir der Thailand Eintrag folgt dann später. :D Bye, bye in die Heimat. :D

Aber hier noch ein paar ausgesuchte Bilder die indisch-europäische Weihnachten auch optisch etwas näher bringen. 
Festtafel ... es ist angerichtet :D

Levent (von links) und Kamil mit unserem Plastikbaum

Gruppenfoto numero uno

Number two

Und zum Schluss alle zusammen ... Merry X-Mas

Freitag, 24. Dezember 2010

Just some impressions out of India

Hallo zu Heiligabend nur ein ganz kurzer Post von der Textmenge betrachtet, dafür umso mehr Bilder. Die ersten Snapshots zeigen meine eigentliche Wohnung mit unserem Deluxeweihnachtsbaum und die Bilder am Ende des Posts sind einfach Momentaufnahmen von Real India. Merry Christmas und einen guten Rutsch ins neue Jahr euch allen.

Kamil mit unserem fancy Christmas tree

Kamil und Katharina im Duett

Unsere Spüle ... ganz was besonders :D

Küche hoch zwei und ganz viel Unordnung

Das ist mein Zimmer, man beachte den Koffer, denn ich habe keinen Schrank. Also ist seit 3 Monaten aus dem Koffer leben angesagt. :)

Das is das Bad .... natürlich gibt es kein heißes Wasser
Jakob blau in blau mit dem einzigen Bier was man in Indien trinken kann

Chicken Egg Rolls ein heißer Tipp für jede Mahlzeit vom Frühstück bis zum Abendbrot

Ohne Worte aber der Strom fließt regelmäßig und Stromausfälle bleiben weitesgehend aus

Die Straßen von Kalkutta

Müllentsorgung wird hier nicht groß geschrieben, wenn die Plastikflasche leer ist wird sie einfach auf die Straße geworfen

Straßen von Kalkutta II mit der typischen Autorikscha am linken Bildrand


Samstag, 11. Dezember 2010

Bakkahli oder Baden am 3. Dezember


Reisen im indischen Bus



Strand, Sonne, warmes Wasser, wenig Menschen, Ruhe und Entspannung diese Dinge bietet Bakkahli während der Nebensaison. HIer muss man natürlich anfügen, dass Baden für am 4. Dezember für einen Europäer eigentlich utopisch ist, aber in "incredible India" ist alles möglich. Aber sorry für den abrupten Einstieg. Ich erkläre alles gleich detaillierter. Eszter, Katharina und Larrisa hatten einen Kurztrip nach Bakkahli einem kleinen Ort am indischen Ozean 4 Stunden von Kalkutta entfernt geplant. Warum nicht hab ich mir dann kurzentschlossen gesagt und bin mitgefahren. Einfach mal raus aus der Großstadt Kalkutta und etwas Natur erleben, ohne Autos,  vielen Menschen und Gestank. Schon die Hinreise war lustig und abenteuerlich, denn es war meine erste lange Reise in einem indischen Bus. Allein der Ticketkauf ist einfach nur so typisch für Indien. Es gab einen Schalter zum Ticket kaufen, der war auch besetzt, aber die Tickets konnte man nur vom Busfaher kaufen, der bei Ankunft des Busses in den Schalter kam. Der Mann der die andere Zeit am Schalter saß war wahrscheinlich nur Deko. Aber gut am Ende hatten wir unsere Tickets und sogar eine Reservierung für einen Platz im Bus. Wir mussten nur die Dezimierung unsere Gruppe hinnehmen, denn urplötzlich verspührte Katharina ein Gefühl von Übelkeit und musste aus der Reisegruppe ausscheiden. Unserer Reisebus erreichte dann nach 5 Stunden, einigen Pausen, super holprigen Straßen, schmerzenden Ärs**** ;D und blaubefleckten Knien das Reiseziel. Bizarres Erlebnis während der Reise, wir warteten 45 Minuten um einen 12 Meter breiten Fluss mit der Fähre zu überqueren. Thats India. Wenn man hier nicht lernt geduldig zu sein, dann lernt man es nie. 

Food made in India


Angekomen in  Bakkahli ging es in Schritt 1 auf Hotelsuche. Nach 5 Anläufen hatten wir dann das passende Angebot gefunden. 400 Rupien also ca. 8 Euro für eine Nacht für ein 3 Mann Zimmer und noch dazu relativ ordentlich mit Palmen vor unserem Fenster. Der zweite Schritt, na klar Essen, denn nach dem Holpertripp im Bus kamen schon einige Hungergefühle auf. Der Futtersuchprozess war auch gar nicht so kompliziert, denn der Ort bestand eigentlich nur aus Hotels, Verpflegungsshops und Restaurants. Typisch Touristadt, aber eher auf indischen Tourismus als auf Europäer ausgelegt. Ok, das Essen war gut und es gab sogar Fisch. Nächster Stop Strand und Baden und das am 3.12. unglaublich. Die Wassertemperatur war ok und die Sonne angenehm war. Es reichte sogar noch für ein bisschen Fußballgeplänkel am Strand und einem schönen Sonnenuntergang bei einem Fosters Bier. 

Das komischste Riesenrad der Welt


Am nächsten Morgen ging es 7:00 Uhr ab in den Jungle. Zumindest dachten wir das, denn irgendjemand hatte das wohl irgendwo gelesen. Dschjungel und bengalische Tiger gab es dann jedoch nicht sondern nur Kühe, Ziegen, Reisfelder und Lehmhütten. Das Tageshighlight war die Bootsfahrt an den Mangrovenbäumen vorbei aufs Meer hinaus. Wir konnten den Schiffsmotor direkt sehen und der Keilriemen des Schiffes schlenkerte so stark, das man meinen konnte er würde jede Sekunde herunterspringen und das Schiff somit außer Gefecht setzen. Aber zum Glück ging alles Gut und wir kamen sicher wieder an Land. Damit war die Tour dann auch schon vorbei und wir wurden vor unserem Hotel abgesetzt. Nach einem kurzen Zwischenstopp  im Hotel ging es noch einmal kurz an den Strand und da ich einen Ball hatte, versammelte sich nach kurzer Zeit eine Gruppe von Indern um mich herum, um auch gegen den Ball zu treten. Danach ging es wieder zum Futter fassen und zur Stärkung für die Rückreise, denn der Bus nach Kalkutta verließ Bakkahli schon 13 Uhr. Mit etwas Glück ergatterten wir dann auch noch 3 Plätze und konnten die Heimreise antreten. Als Fazit bleibt zu sagen, dass der Trip eine schöne Abwechslung zum Alltagsleben in Kalkutta war und eine neue Facette von Indien gezeigt hat. Wer jedoch schöne Strände und höhere Wellen sucht, der ist in Puri besser aufgehoben. So, das wars erstmal wieder mit den neusten Infos aus Indien. Namaste =)

Impressionen aus Bakkahli und von unserem "Jungletrip":
Der super-zuverlässige Schiffsmotor

Schiffstrip :)

Und da sind sie die Mangrovenbäume

Fische beim Trocken auf Holz

Fisch beim Trocknen auf Holz auf Schiff :D

Unser "Taxifahrer"

Lehmhütten im Bakkhali und ein Touch wirkliche Indien

Fußball auf Indisch und Strand, Stran, Strand
Noch etwas Fotoart zum Abschluss

Dienstag, 30. November 2010

It´s blogging time in India. :) Es ist Dienstagabend und ich sitz hier gerade in unserem Wohnzimmer. Allgemeine Chillin – Stimmung. Meine gewaschene Wäsche hängt auf der Leine. Es ist wirklich traurig. Als ich nach Indien kam waren meine Shirts weiß. Jetzt haben Sie eine neue Farbe angenommen. Wir nennen es Indian -White. ;) Aber mit der Waschbürste, dem Eimer mit heißem Wasser und der Handwäsche geht eben nicht mehr. Was solls ich vertrau auf das deutsche Waschmittel, dass dann in 3 Monaten alles wieder blitz blank wäscht. Aber ich will ja jetzt nicht nur über Wäsche schreiben, sondern über meine "Tourierlebnisse" in Indien. =)

Also zurück in der Zeitrechnung. Wir schreiben Sonntag den 21.11.10 und es ist groß Sightseeing angesagt. Auf dem Programm stehen Zoo, National Library und das Haus von Mutter Theresa. Also let´s go and have some fun. =) Schon der Weg zum Zoo wird zum Erlebnis, denn kein Taxi will uns mit Taxameter mitnehmen. Der Zoo ist zu nah an unserem Wohnort und das bedeutet nicht genug Gewinn. Aber nach 20 Minuten und endlosen Diskussionen haben wir dann doch einen ordentlichen Tarif aushandeln können. Die Taxifahrt ist kurz und als wir in Zoo Nähe kommen, können wir schon von weitem die langen Schlangen am Eingang sehen. Aber es geht dann doch ganz schnell und dann geht´s auch schon los die Tiere bestaunen. Wir kommen uns aber selber auch wie Tiere vor, denn sobald wir stehen bleiben, bilden sich Kreise um uns, denn wir sind Weiße und deshalb wohl auch so etwas wie eine Attraktion. Kaum zu glauben. Der Zoo stellt sich aber trotzdem als angenehmer Ort heraus. Sauber, Mülleimer und keine hupenden Autos. Manchmal kann man eben auch mit kleinen Dingen dem Jakob eine Freude bringen. (Ha, Ha, kleiner Scherz am Rande. ;) Einzig bedauerlich nur das wir am Ende keinen Blick auf die bengalischen Tiger geworfen haben, denn 50% der Gruppe waren hungrig und dann muss es eben nochmal an einem anderen Tag in den Zoo gehen.




Der nächste Ort auf der Liste, richtig. National Library. Bevor man jedoch Eintritt in den Park gewährt bekam musste man Unterschreiben. Keine Ahnung warum, aber manchmal sind die Regeln hier eben nicht nachvollziehbar. Zu allem Überfluss war das Originalgebäude dann auch noch geschlossen. Renovierungsarbeiten.


Also gibt´s nur ein paar Tourifotos von außen. Der Aufenthalt gestaltete sich dann auch dementsprechend kurz und es ging in Richtung Stadtzentrum, um eine Mahlzeit zu uns zu nehmen, denn wir hatten angenommen in der Cafeteria der Library speisen zu können. Hungrige Frauen sind wirklich nicht zu unterschätzen. ;) Aber angekommen in der Park Street gab es dann Chicken Rolls und alle waren wieder glücklich. Das monumentale Ereignis dieses Tages sollte folgen. Nein nicht das Mutter Theresa Haus, sondern „Barista", die Filiale einer Kaffeekette mit Lavazza-Bohnen. Fuck, der erste richtige Kaffee in Indien. Double Espresso, es wurden dann Espressi, denn die Geschmacksexplosion Kaffeebohne wurde vom ganzen Körper und vom Geist sehr positiv aufgenommen. Danach ging es in Richtung Mutter Theresa Haus mit Grab und kleinem Museum. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht viel von Mutter Theresa gelesen und das Museum bot die ganze Lebensgeschichte bis hin zu der Zahnbürste und den letzten Schuhen der Mutter. Hier wurde noch einmal der unheimliche Kultstatus klar, der diese Person umgibt.




Der Tagesabschluss führte mich dann allein in die South City Mall zu Marks & Spencers, um meine Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen und neben Pasta, Snickers, Apfelsaft, Mayonnaise gab es diesmal auch Cesars Dressing und Chicken. Außerdem bin ich jetzt stolzer Besitzer einer Plastikkombination als kleinen Beistelltisch für das Bett und zum Verstauen von Kleinartikeln. Das Ding hat auch genau meine Farbe: Pink. Shit! Aber ich schwöre, nach 20 Minuten Suchen und Fragen, musste ich einsehen, dass es diese Kombo dann doch nur noch in dieser einen Farbe gab. Was solls, jeder muss zu seiner femininen Seite stehen. ;) Festlich und damit entschädigend war dann auch das anschließende Mahl. Salat mit Cesars Dressing und gebratenem Chicken. Mit diesem kulinarischen Abschluss endet auch dieser Blogeintrag. Namaste und Take Care. =)

So jetzt noch ein ganz kleines Bild für die "Off-Topic". Die Inder sind immer ganz wild darauf, dass sie uns mit Ihren Kindern fotografieren können. Dabei ist dieses Bild entstanden. Verantwortlich dafür aber nicht der Inder, sondern die neue Ungarin Eszter, die seit anderthalb Wochen in unserer Wohnung lebt. Einfach perfekt getroffen und dank digitaler Spiegelreflexkamera auch perfekte Qualität. Danke Eszter für dieses schöne Foto.

Sonntag, 21. November 2010

Verrückte Fußballerlebnisse und Rindfleisch in Indien




Wir schreiben Sonntag, den 14.11.10 und es ist Fußball-Time in Kalkutta. Ja, obwohl Cricket und Hockey natürlich die beliebtesten Sportarten sind, gibt es hier in Kalkutta tatsächlich auch eine ansehnliche Fußball-Fangemeinde. Zum Finalspiel von irgendeinem Saisonvorbereitungsturnier standen sich dann auch die beiden Traditionsclubs der Stadt gegenüber. Das Stadion wurde in 2 Hälften geteilt, um Fankrawalle zu verhindern, also klasse Derby-Atmosphäre. Für 15 Rupien, ca. 25 Cent wurde dann noch die passende Fan Fahne gekauft, damit auch jeder sieht welches Team supported wird. :) 20 Rupien für das Ticket bezahlt, macht also insgesamt 50 Cent für das Erlebnis Fußball in Indien. Der Stadionbau war sehr imposant und groß, die Sitzgelegenheiten dann aber mehr als dürftig. Aber egal. Nur leider fiel die Qualität des Spiels gegenüber der Intensität der Fanaktivitäten deutlich ab und war vom Niveau wohl eher mit der 4. oder 5. Liga in Deutschland zu vergleichen. Aber wie schon gesagt, die nationale Identität wird von anderen Sportarten gestärkt. Unterhaltsam war der Stadionbesuch allemal. 4 Tore in der regulären Spielzeit. Das entscheidende in der Nachspielzeit. 2 Tore in der Verlängerung, eines ebenfalls zum Schluss, als sich alle schon auf einen Sieger nach der Verlängerung eingestellt hatten. Aber kurz vor Schlusspfiff erzielte das von uns unterstützte Team (sorry, die Namen waren zu kompliziert für mein kleines Brain) noch den Treffer, der dem Spiel ein Elfmeterschießen bescherte. Auch hier offenbarte sich eine Niveauarmut. Der Torhüter unserer Mannschaft bewegte sich immer 2-3 Sekunden vor dem Elfmeter mit dem ganzen Körper in eine Ecke. Der Schütze der Gegenmannschaft war demnach nicht vor allzu große Probleme gestellt. Doch meiner Meinung, war der ganze Elfmeterkrimi so aufregend und unerklärlich komisch, dass es einer genauen Ausführung bedarf. Vereinfacht jetzt also das Team, das ich supported habe als Team B und der „Feind" Team A. =)

Elfmeterkrimi:

Schütze Team A Treffer        Schütze Team B gehalten
Schütze Team A Treffer        Schütze Team B Treffer
Schütze Team A Treffer        Schütze Team B gehalten

Ganz schlechter Start und es scheint beinahe alles entschieden.

Schütze Team A verschossen      Schütze Team B Treffer

Es keimt ein kleinwenig Hoffnung auf, aber bei den schlechten Leistungen unseres Torwarts dürfte das Spiel dann doch entschieden sein. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt

Schütze Team A ……. Verschossen, es ist nicht zu fassen, das Spiel war schon fast verloren, doch jetzt besteht die Chance sich in die Verlängerung des Elfmeterschießens zu retten.

Der Schütze für unser Team B läuft an, …… und nein lupft den Ball übers Tor. Ohne Kraft, ohne Elan, verschießt dieser Mensch den Elfmeter und besiegelt damit die Niederlage. Abschließend bleibt nur zu sagen, dass ich noch nie so ein aufregendes Fußballspiel auf so niedrigem fußballerischen Niveau gesehen habe.
Aber Spaß hat es allemal gemacht.

Nach dem Verlassen des Stadions gings dann zur Park Street ins Citycenter. Ein indischer Arbeitskollege des Holländers Ferdi wollte uns ein preisgünstiges Restaurant mit Rindfleisch zeigen. Chateau-Briand gabs dann auf den Teller mit French Fries, aber die Fleischqualität war nicht so berauschend. Aber dafür gabs ja etwas Bier für den angenehmen Abgang. Eigentlich sollte der Abend dann noch bei einer kleinen Runde Poolbillard ausklingen, aber nach einigen Anrufen ergab sich die Möglichkeit Badminton zu spielen. Warum nicht. Auf jeden Fall ein wenig Bewegung garantiert, aber allzu große Erwartungen hatte ich nicht. Doch dann am Platz des Geschehens angekommen und nach 2 Spielen sah die Welt schon ganz anders aus. Zwar war das Feld nur auf den Asphalt gemalt, aber die indischen Freunde von Kamil, unserem einem von zwei polnischen Mitbewohnern, spielten doch regelmäßig Badminton und es entwickelten sich anstrengende und spannende Matches. Von einer zur anderen Straßenseite wurde das Netz gespannt und ein Extra Lichtstrahler garantierte für gute Sicht. Also nach 2 Monaten in Indien das erste Mal so etwas wie Sport. Hervorragend kann man da nur sagen. =) Wenn ich jetzt an Bewegungsarmut leide, weiß ich ganz genau wo das Gegengift zu finden ist. Und damit war
 




Donnerstag, 11. November 2010

Let´s see the mountains in India and enjoy the tea







Es ist ist Diwali in Indien. Das wichtigste Fest für Hindus, also für gesamt Indien. Diwali ist das Fest des Lichts und ähnlich wie bei uns Silvester werden massenweise Raketen und Böller gezündet, nur das diese Lärmbelästigung schon über eine Woche vor dem eigentlichen Termin begonnen hat. Aber Diwali bedeutet auch wieder einen freien Tag, nämlich Freitag. Samstag hab ich mir dann kurzer Hand auch freigenommen und so waren das am Ende 3 freie Tage am Stück. Kurzfristig kam die Idee auf nach Darjeeling zu fahren, was nur ca 14 Stunden von Kalkutta entfernt liegt, um nich die ganze Zeit rumzugammeln. Am Ende sind dann nur Ferdi, ein Niederländer, und ich übrig geblieben, die die Sache in die Tat umgesetzt haben. Also ging es am Donnerstag (4.11.) 22 Uhr von Kalkutta für eine 10 stündige Zugfahrt Richtung Teestadt. Am Endbahnhof angekommen ging es mit dem Jeep für knapp 4 Stunden Richtung Zielort auf 2200m Höhe. Der Aufenthalt in Kurzfassung: schöne, saubere Luft, angenehme Menschen und weniger als in Kalkutta eine saubere Umgebung und ein atemberaubendes Panorama.



Aber natürlich gibt es da noch mehr zu erzählen, was ich euch nicht vorenthalten will. Also jetzt im ausführlichen Stil. :) Nach der Ankunft mit dem Jeep gings erstmal auf Hotelsuche, aber man trifft echt viele "young white tourists", die einem die guten und billigen Hotels zeigen und so sind wir dann mit einem Franzosen in einem ordentlichen Hotel für 125 Rupien pro Nacht gelandet. Keine Dusche aber dafür eine wunderschöne Aussicht auf die angrenzenden Berge. Nach dem Sachen abladen gings dann auf die erste Entdeckungstour durch den Ort. Natürlich ist in Darjeeling alles kleiner und man kommt schnell von einem Punkt zum nächsten. Dafür sind aber immer Höhenmeter zu bewältigen, den die Stadt schmiegt sich an den Berg an. Der Hinweg ist meist enstpannt nach unten aber der Rückweg hat es dann immer in sich. Erster Stop war dann ein schöner Sandwichladen zur kalorienhaften Stärkung. Weiter im Touriprogramm zum Marktplatz von Darjeeling und die Berge und freilaufende Affen fotografiert. Nach einem kurzen Zwischenstop im Hotel, gings in die schöne Teamall und es gab leckeren Darjeeling-Tea mit einem Vanilla-Apple-Pie. Hochgradig zu empfehlen, wenn man mal in Darjeeling Station macht. Dann gings wieder ins Hotel und wir hatten uns schon mit einem langweiligen ruhigen Abend abgefunden und uns nur für zwei kurze Bier in den Gastraum unseres Hotels gesetzt. Doch dann kamen plötzlich der Besitzer und ein Freund hinzu. An diesem Freitag, war auch noch das Diwali-Fest der Frauen und urplötzlich standen 5 Frauen im Raum und wollten unbedingt mit uns tanzen. Nach einer kurzen Einlage war dann auch diese Festivität vorbei und zu unserer Runde gesellten sich noch eine Deutsche und zwei Britten, die alle auf Rundreise in Indien bzw. Asien waren.




Für den nächsten Tag war dann ein ganz frühes Aufstehen geplant, denn der Sonnenaufgang vom Aussichtspunkt Tiger Hill stand auf dem Programm. Es galt zu sehen, wie die ersten Sonnenstrahlen des Tages die schneebedeckten Gipfelkuppen der Sikkim-Himalayas berühren. Dafür musste man dann auch schonmal 3 Uhr in der Früh aufstehen und sich zum Jeep schleppen, der einen dann zur gewünschten Stelle fuhr. Das Spektakel war die frühe Stunde jedoch allemal wert. Der spezielle Moment wurde dann mit Massen von indischen Touristen erlebt. Nachdem die Sonne dann 5:40 aufgegangen war ging es zu Fuß zurück, um auf dem Heimweg noch zwei buddistische Klöster zu sehen. Ok, ganz zu Fuß war es dann doch nicht, denn für die letzten Kilometer bemühten wir den indischen Bus. Nach einem kurzen Power-Nap in unserem Zimmerchen wollten wir eigentlich die Teeplantagen besichtigen, aber aufgrund der Festivitäten waren die Plantagen angeblich geschlossen und so gings in den Zoo mit den Tieren der himalayaischen Fauna. Tiger, Wölfe, Leoparden, die sich aber eher versteckten. Nur die Wölfe konnte man bei der Futterstunde hautnah erleben. Mitten im Zoo befindet sich das Himalayan Mounteneering Institute mit Museum und allen Details zu den Besteigungen des Mount Everest. Natürlich gab es unendlich viel Ausstellungsmaterial von Tenzing Norgay (wie wir ja jetzt wissen kein Inder, sondern Nepalese, danke für den Kommentar :)) der zusammen mit Sir Edmund Hillary zum ersten Mal offiziell den Mount Everest bezwang. Beinahe die gesamte Ausrüstung seiner Erstbesteigung ist im Museum ausgestellt. Schon echt beeindruckend, mit welchem Equipement die den höchsten Berg der Welt bezwungen haben. Mit dem heutigen High-Tech Zeugs natürlich nicht vergleichbar. Durch ausgehende Lichter wurden wir dann freundlich :D erinnert, dass das Museum schließt und wir uns doch bitte zum Ausgang zu begeben haben. Der Abend wurde mit Chicken in Cashewkernen, Knoblauchreis und Bier abgerundet. Natürlich durfte der "Gute Nacht Tee" nicht fehlen. Diesmal gings dann ohne Party ins Bettchen. :) Und dann war auch schon wieder Sonntag und es hieß langsam Abschied nehmen von der alpinen Idylle. Nach einem schönen Frühstück bei Glenarys (Rührei, Croissants (nur gut vom Aussehen her) Marmelade (Zucker-Glibber-Masse)) gings dann doch in Richtung Teeplantagen. Die Fabrik war ja leider geschlossen, aber die Pflanzen stehen ja auch am Feiertag da. Die ganze Sache war ja auch nur 20 Minuten zu Fuß entfernt. Wir wissen jetzt zwar nicht, wie Tee geerntet wird, aber was solls. Bei schönem Wetter gings dann nochmal zu Glenarys zum Mittag und das wars dann mit der Herrlichkeit. Abschließend war Tasche packen und Jeep für den Nachhauseweg suchen. Die Heimreise verlief genauso problemlos wie die Hinreise und wir standen letztendlich pünktlich 7:20 am Montag morgen auf dem Bahnhof in Kalkutta. Nach einer kurzen Dusche und einem Red Bull gings dann wieder in die beruflichen Sphären. Life as usual und wieder sind einige schöne Erfahrungen in Indien gesammelt. So das wars mal wieder, aber der nächste Blogeintrag kommt bestimmt. Namaste =)